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Jugendstrafrecht

 

Allgemeines zum Jugendstrafrecht:

 

Das Jugendstrafrecht verfolgt nach dem ausdrücklichen gesetzgeberischen Willen ( § 2 JGG) das Ziel, erneute Straftaten eines Jugendlichen oder Heranwachsenden entgegenzuwirken. Aus diesem Grund sind im Jugendstrafrecht die Rechtsfolgen und unter Beachtung des elterlichen Erziehungsrechts auch das Verfahren vorrangig am Erziehungsgedanken ausgerichtet. 

 

Das Jugendstrafrecht beinhaltet besondere Regelung für Jugendliche und Heranwachsende im materiellen Strafrecht und Strafverfahrensrecht. Das Jugendgerichtsgesetz (JGG) beinhaltet diese besonderen Vorschriften. Die allgemeinen Vorschriften im Strafrecht gelten nur, soweit das JGG nichts anderes bestimmt.

 

Das Strafrecht unterscheidet zwischen Kindern, Jugendlichen, Heranwachsenden und Erwachsenden. Nach § 19 StGB sind Kinder, die bei Begehung der Tat noch nicht vierzehn Jahre alt sind, schuldunfähig und absolut strafunmündig.

 

Jugendlicher ist, wer zur Zeit der Tat vierzehn, aber noch keine achtzehn ist Jahre alt ist, § 1 Abs. 2 JGG. Gemäß § 3 Satz 1 JGG ist ein Jugendlicher strafrechtlich verantwortlich, wenn er zur Zeit der Tat nach seiner sittlichen und geistigen Entwicklung reif genug ist, das Unrecht einzusehen und nach dieser Einsicht zu handeln. Jugendliche sind bedingt strafmündig. D.h., ein Jugendlicher ist dann nicht strafmündig, wenn er nicht in der Lage ist, das Unrecht einzusehen und nach der Einsicht zu handeln.

 

Heranwachsender ist, wer zur Zeit der Tat achtzehn, aber noch nicht einundzwanzig Jahre alt ist, § 1 Abs. 2 JGG. Heranwachsende sind grundsätzlich voll strafmündig. Für Heranwachsende gelten Sondervorschriften nach §§ 105 ff. JGG. Heranwachsende werden im Strafverfahren wie Jugendliche behandelt, sofern beim Heranwachsenden eine sogenannte Reifeverzögerung vorliegt oder die Tat eine typische Jugendverfehlung darstellt.

 

Die allgemeinen Vorschriften im Strafrecht gelten hingegen immer für Erwachsene, also für Personen, die einundzwanzig Jahre und älter sind.

 

Das Jugendstrafrecht beinhaltet keine eigenen Straftatbestände für Jugendliche oder Heran-wachsende. Der wesentlichen Unterschiede zwischen Jugendstrafrecht und dem allgemeinen Strafrecht betrifft die Rechtsfolgen. Im allgemeinen Strafrecht bestehen für Erwachsene feste Strafrahmen von Geldstrafe bis Freiheitsstrafe und die Strafe soll dem Schuldausgleich dienen. Im Jugendstrafrecht besteht kein feststehender Strafrahmen. Im Jugendstrafrecht sollen Strafen weniger dem Schuldausgleich dienen, sondern vielmehr Erziehungscharakter haben.

 

Rechtsfolgen einer Straftat im Jugendstrafrecht sind:

  • Erziehungsmaßregeln
  • Zuchtmittel
  • Jugendstrafe

 

Zu den Erzeihungsmaßregeln gehören:

  • Weisungen,
  • Erziehungsbeistandschaft,
  • Heimerziehung.

 

Zu den Zuchtmitteln gehören:

  • Verwarnungen,
  • Auflagen,
  • Jugendarrest.

 

Zu den weiteren wesentlichen Besonderheiten im Jugendstrafrecht gehört die Diversion. Eine große Zahl an Verfahren im Jugendstrafrecht kann aufgrund §45 Abs. 1-3 JGG eingestellt werden.

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