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Grad der Behinderung und Ermittlung des Gesamt-GdB

Was ist der Grad der Behinderung / GbB?

 

Der Grad der Behinderung wird abgekürzt als GdB bezeichnet. Der Grad der Behinderung dient als Maß und beschreibt die körperlichen, geistigen, seelischen und sozialen Folgen einer oder mehreren Funktionsbeeinträchtigungen, die aufgrund einer oder mehrerer Gesundheitsstörungen bestehen. Mit Gesundheitsstörungen sind umgangssprachlich Krankheiten gemeint. Der Grad der Behinderung beginnt bei 20 und endet bei 100. Die Skalierung erfolgt in Schritten von 10.

 

 

Feststellung des Grad der Behinderung / GdB:

 

Die Feststellung der Behinderung erfolgt auf Antrag. Für die Feststellung einer Behinderung und den Grad der Behinderung ist das Versorgungsamt zuständig.

 

Um den Grad der Behinderung festzustellen, wird die sogenannte Versorgungsmedizin-Verordnung (VersMedV) herangezogen. Die Verordnung ist verbindlich für Gutachter und Sachbearbeiter des Versorgungsamtes. Die Rechtsverordnung beinhaltet die Versorgungs-medizinischen Grundsätze mit der GdS / GdB - Tabelle. Die Tabelle enthält Angaben, in welcher Höhe der Grad der Behinderung bei welcher Gesundheitsstörung festzusetzen ist. Dabei gibt die Tabelle grundsätzlich nur einen Rahmen für die Zumessung des Grades der Behinderung an bei einer Gesundheitsstörung an. Der konkrete Grad der Behinderung bei einer Gesundheitsstörung ist nach einzelfallbezogenen Kriterien zu ermitteln.

 

 

Ermittlung des Gesamt-GdB:

 

Treffen mehrere Funktionsbeeinträchtigungen aufeinander, so können die GdB´s der einzelnen Funktionsbeeinträchtigungen nicht einfach addiert werden. Denn dies würde zu unrealisten Ergebnissen führen.

Beim Vorliegen mehrerer Beeinträchtungen der Teilhabe am Leben in der Gesellschaft,  erfolgt die Feststellung des Grads der Behinderung nach dem in § 152 Absatz 3, Satz 1 SGB IX auf gestellten Grundsatz:

 

"(3) Liegen mehrere Beeinträchtigungen der Teilhabe am Leben in der Gesellschaft vor, so wird der Grad der Behinderung nach den Auswirkungen der Beeinträchtigung in Ihrer Gesamtheit unter Berücksichtigung ihrer wechselseitigen Beziehungen festgestellt."

 

D. h., die Ermittlung eines Gesamt-GdB erfolgt im Rahmen einer Gesamtwürdigung. Wie diese Gesamtwürdigung vorzunehmen ist, konkretisiert die Anlage zu § 2 der Versorgungs-medizinverordnung (VersMedV) im Teil A (Allgemeine Grundsätze), Nr 3.

 

Nach § 2 VersMedV, Teil A, Nr. 3c  ist dabei grundsätzlich von der Funktionsbeeinträchtigung auszugehen, die den höchsten Einzel-GdB bedingt.

Anschließend ist zu prüfen, ob und inwieweit das Ausmaß einer Behinderung durch die weiteren Funktionsbeeinträchtigung größer wird und die Anhebung des GdB rechtfertigt.

 

Beispiel: Es bestehen zwei Funktionsbeeinträchtigen mit einem GdB von 40 und einem GdB von 30. Das Ausmaß der Behinderung kann durch die zweite Funktionsbeeinträchtigung erhöht werden, nämlich z. B. dann, wenn  sich die zweite Funktionsbeeinträchtigung  auf die erste be-sonders nachteilig auswirkt oder die Beeinträchtigungen unterschiedliche Bereiche im Ablauf des täglichen Lebens betreffen. Der Gesamt-GdB ist dann zu erhöhen. Die Erhöhung des GdB hängt dann davon ab, wie intensiv die nachteiligen Auswirkungen sind.

( z.B. 40 + 30 = 50   oder unter Umständen 40 + 30 = 60 )

 

Die zweite Funktionsbeeinträchtigung bleibt aber unbeachtet, wenn sich die Auswirkungen der ersten und zweiten Funktionsbeeinträchtigung überschneiden und denselben Ablauf des täglichen Lebens betreffen.

( 40 + 30 = 40 )

 

Das Beispiel soll verdeutlichen, dass eine zweite Funktionsbeeinträchtigung das Ausmaß und damit den Gesamt-GdB erhöhen kann, aber auch nicht muss. Entscheidend sind immer die Auswirkungen.

 

Nach § 2 der Anlage zu VersMedV gilt zu beachten, dass leichte Ge-sundheitsstörungen, die einen GdB von 10 bedingen, das Ausmaß einer Gesamtbeeinträchtigung im Regelfall (Ausnahmen möglich) nicht erhöhen, auch dann nicht, wenn mehrere leichte Gesundheits-störungen nebeneinander vorliegen.

( z.B. 50 + 10 +10 = 50 )

 

Nach § 2 der Anlage zu VersMedV soll es vielfach nicht gerechtfertigt sein, auf eine wesentliche Zunahme des Ausmaß der Behinderung zu schließen, wenn nur eine leichte Funktionsbe-einträchtigung mit einem Einzel-GdB von 20 vorliegt.

( z.B. 50 + 20 = 50 )

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