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Krankengeld

Krankengeld ist eine Entgeltersatzleistung die von der gesetzlichen Krankenversicherung gezahlt wird. Ein Anspruch auf Krankengeld besteht u.a., wenn eine Krankheit den Versicherten arbeitsunfähig macht. Desweiteren besteht ein Anspruch auf Krankengeld nach § 44 Absatz 1 SGB V, wenn Versicherte auf Kosten der Krankenkasse stationär in einem Krankenhaus, Vorsoge- oder Rehabilitationseinrichtung behandelt werden.

Die Arbeitsunfähigkeit von Arbeitnehmern oder Arbeitnehmerinnen bei Arbeitsunfähigkeit ist der häufigste Grund, der die Leistungspflicht der gesetzlichen Krankenversicherung zur Krankengeld-zahlung begründet.

 

Krankengeld - Voraussetzungen:

 

Ein Anspruch  auf Krankengeld nach § 44 Absatz 1 SGB V setzt zunächst voraus, dass ein versichungspflichtiges Beschäftigungsverhältnis besteht. Das Bestehen eines versicherungs-pflichten Beschäftigungsverhältnisses begründet die Mitgliedschaft als Versicherungspflichtiger in der gesetzlichen Krankenversicherung und beginnt gemäß  § 186 Absatz 1 SGB V mit dem Tag des Eintritts in das Beschäftigungsverhältnis.

 

Weiterhin muss der Eintritt des Versicherungsfalls vorliegen. Eine Krankheit muss den Versicherten arbeitsunfähig machen. Der Begriff der Arbeitsunfähigkeit wird in der "Richtlinie über die Beurteilung der Arbeitsunfähigkeit und die Maßnahmen zur stufenweisen Wiedereingliederung" - kurz Arbeitsunfähigkeits-Richtlinie - des Gemeinsamen Bundesausschusses (GBA) näher konkretisiert. Eine Definition und und Bewertung findet sich in   § 2 Absatz 1, Satz 1,2,3 der Richtlinie:

 

"Arbeitsunfähigkeit liegt vor, wenn Versicherte aufgrund von Krankheit ihre zuletzt vor der Arbeitsunfähigkeit ausgeübte Tätigkeit nicht mehr oder nur unter der Gefahr der Verschlimmerung der Erkrankheit ausführen können. Bei der Beurteilung ist darauf abzustellen, welche Bedingungen die bisherige Tätigkeit konkret geprägt haben. Arbeitsunfähigkeit liegt auch vor, wenn aufgrund eines bestimmten Krankheitszustandes, der für sich allein noch keine Arbeitsunfähigkeit bedingt, absehbar ist, dass aus der Ausübung der Tätigkeit für die Gesundheit oder die Genesung abträgliche Folgen erwachsen, die Arbeitsunfähigkeit unmittelbar hervorrufen."

 

Die Anspruch auf Krankengeld erfordert gemäß § 4 Absatz 2 Arbeitsunfähigkeits-Richtlinie die ärztliche Festellung der Arbeitsunfähigkeit.

 

Entstehung des Anspruchs auf Krankengeld:

 

Der Anspruch auf Krankengeld bei Arbeitsunfähigkeit infolge Krankheit entsteht von dem Tag der ärztlichen Feststellung der Arbeitsunfähigkeit an. Doch zunächst ruht der Anspruch auf Krankengeld und der Arbeitnehmer oder die Arbeitnehmerin bezieht bei Arbeitsunfähigkeit Lohn nach dem Entgeltfortzahlungsgesetz. Der Arbeitgeber leistet Lohnfortzahlung nach dem Entgeltfortzahlungsgesetz für eine Dauer von längstens sechs Wochen. Im Anschluss an die Lohnfortzahlung setzt die Zahlung des Krankengelds ein, wenn die Arbeitsunfähigkeit fortbesteht.

Krankengeld leistet die Krankenkasse wegen derselben Krankheit längstens für eine Dauer von achtundsiebzig Wochen. Auf die Bezugsdauer werden Ruhenszeiten angerechnet. Deshalb zahlt die Krankenkasse nach der sechswöchigen Lohnfortzahlt durch den Arbeitgeber dann nur noch 72 Wochen Krankengeld. Die Höhe des Krankengeldes beträgt maximal 70% des Bruttoentgelts und maximal 90% des Nettoarbeitsentgelts, jedoch nicht mehr als 101,50 € täglich. Krankengeld ist die betragsmäßig höchste Entgeltersatzleistung.

 

Krankengeldanspruch und Auswirkung auf Anspruch von Arbeitslosengeld:

 

Zeiten, in denen Krankengeld bezogen wird, sind Anwartschaftszeiten in der Arbeitslosen-versicherung nach dem SGB III, da Beiträge in die Arbeitslosenversicherung gezahlt werden. Es ist daher möglich, dass durch den Bezug von Krankengeld ein Anspruch auf Arbeitslosengeld nach dem SGB III überhaupt erst entsteht. Ein bereits bestehender Anspruch auf Arbeitslosengeld  kann unter Umständen in seiner zeitlichen Dauer verlängert werden.

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